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Handicapper-Blog

Chefhandicapper Harald Siemen spricht hier über Aktuelles zum Thema Handicappen.

 
  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Veteranentreffen

    09. September 2020

    Der Begriff des Veterans findet ja über seine eigentliche Bedeutung innerhalb des Militärs hinaus auch Verwendung für Personen oder Sachen, die altgedient sind und sich über lange Zeit bewährt haben. So kommt – um ein Beispiel zu nennen – der VW-Bulli in seiner Größe so richtig erst beim alljährlichen Bulli-Veteranentreffen auf Fehmarn zur Geltung. Ähnliches kann für die zahlreichen Trecker- oder Motorrad-Oldtimertreffen gelten. Es gibt sogar einen „Veteranen-Fahrzeug-Verband (VFV)“, der Seminare und Workshops anbietet, bei denen die Mitglieder nicht nur fachgerechte Blechbearbeitung und andere technische Kniffe lernen können – auch abendliche „Benzingespräche“ sollen das individuelle Wissen erweitern. So steht es jedenfalls auf der Webseite des Verbandes.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Einfach der Beste

    26. August 2020

    Bei Sportveranstaltungen aller Art wird auch heute noch gerne Tina Turners Welterfolg „The Best“ aus dem Jahr 1989 abgespielt. „You are simply the best“ heißt es da im Refrain, „better than all the rest“. Am Mittwoch voriger Woche hallten diese Worte zusammen mit der zündenden Musik über das nahezu menschenleere Rennbahngelände von York, als der fünfjährige Hengst Ghaiyyath nach seinem grandiosen Sieg im G1-Juddmonte International als Sieger zur Waage zurückkehrte. Doch nicht nur dem Pferd, auch William Buick, seinem einstmals in Iffezheim in die Schule gegangenem Reiter, mochte das Lied gelten, der sein – man darf wohl sagen: Lieblingspferd – wieder einmal vom Start bis ins Ziel in Front liegend zu einem Gruppe I-Sieg gesteuert hatte, dem dritten in Folge.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Der Gender-Gap-Index

    19. August 2020

    Wissenschaftler der University of California haben in den 1990er-Jahren einmal die Entwicklung der Bestzeiten in fünf wichtigen olympischen Laufdisziplinen untersucht. Nachdem sie feststellten, dass die Frauen ihre Zeiten doppelt so schnell verbessert hatten wie die Männer, stellten sie die provokante Frage: „Werden die Frauen die Männer bald überholen?“ und prognostizierten, dass der Geschlechterunterschied im Marathon um die Jahrtausendwende bereits verschwunden sein würde. Nun – daraus ist bekanntlich nichts geworden, auch weil das schnelle Aufholen der Frauen zum Teil auf planmäßiges Doping zurückzuführen war. Marita Koch, Jarmila Kratochvilova und Florence Griffith-Joyner lassen grüßen, die Inhaberinnen der ältesten noch bestehenden Weltrekorde in der Leichtathletik. Der ewige Geschlechterunterschied im Sport wird wohl bestehen bleiben.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Fürstenberg-Rennen revisited

    12. August 2020

    Städte, Burgen, Schlösser und Berge, die Biermarke der Fürstenberg-Brauerei, die niedersächsische Porzellanmanufaktur und – das Fürstenberg-Rennen. Das war ursprünglich ein im August gelaufenes, immer international ausgeschriebenes Rennen nur für Dreijährige. 1880 wurde es erstmals in Baden-Baden unter dem Namen Preis von Iffezheim gelaufen und von 1900 bis 2009 dann als Fürstenberg-Rennen, in Gedenken an den ersten Präsidenten des Internationalen Clubs, Karl Egon Fürst zu Fürstenberg (1820-1892). In der Siegerliste tauchen große Namen auf: Oleander, der Derbysieger Alba, Masetto, Lombard, Lirung, Sternkönig und Wurftaube. Mit Carroll House hat sogar ein späterer Arc-Sieger gewonnen, und Tikkanen, der 1994 hinter Twen Zweiter war, gewann zwei Monate später den Breeders' Cup Turf. Nach dem Niedergang des Internationalen Clubs von Baden-Baden wurde es zwischen 2010 und 2017 unter wechselnden Namen in Düsseldorf, Hannover und Krefeld gelaufen, bis es schließlich vor zwei Jahren seinen Charakter völlig einbüßte, denn seitdem dürfen auch ältere Pferde dabei sein.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    "God Save the Queen"

    05. August 2020

    Ich habe an dieser Stelle schon mehrfach über Mark Twain gesprochen, der ja nicht nur ein großer Schriftsteller und Humorist war, sondern auch ein Freund des Galopprennsports. Auf seinen vielen Reisen ließ er kaum eine Gelegenheit aus, einen Rennplatz zu besuchen. Er hielt sich übrigens auch längere Zeit in Berlin auf und schrieb später über seine Versuche, Deutsch zu lernen, einen witzigen Aufsatz mit dem Titel „Die schreckliche deutsche Sprache“, in dem er mit bissigem Humor deren Absonderlichkeiten beschrieb: kilometerlange Wörter; Sätze, bei denen nach einer Viertelstunde ganz zum Schluss das Verb kommt „und hinter das Verb stellt der Verfasser noch haben sind gewesen gehabt haben geworden sein.“ Er hat auch viel für die Anreicherung des Zitatenschatzes getan, aus dem hier folgendes Beispiel ans Licht geholt sei: „Es wäre nicht gut, wenn einer dächte wie der andere – denn nur weil es verschiedene Meinungen gibt, gibt es auch Pferderennen.“

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Bestmarken auf Bewährung

    29. Juli 2020

    Kaffee ist ja der Deutschen Leibgetränk, mehr als 160 Liter trinken sie davon pro Kopf und Jahr. Das sind knapp vier Tassen pro Tag, aber Kaffee ist ja nur schädlich, wenn einem ein ganzer Sack davon aus dem fünften Stock auf den Kopf fällt. Das sagte jedenfalls Albert Darboven einmal. Mein Lieblingscafé in der Gegend, wo ich wohne, ist das Ahoi, eine kleine Kaffeebude am Niendorfer Hafen, wo noch selbst geröstet wird. An den großen Kaffeemarken ist Ahoi natürlich nicht zu messen, wobei auffällt, dass Unternehmen wie Darboven, Tchibo oder Jacobs alle starke Verbindungen zum Pferderennsport aufweisen oder einmal aufgewiesen haben. Und natürlich auch Dallmayr, das mehr als 300 Jahre alte Delikatessenhaus mit Stammsitz in der Dienerstraße im Herzen Münchens, unweit des Marienplatzes und des Nationaltheaters. Kaffee ist erst seit 1933 Teil des Dallmayr-Sortiments, seitdem der damals 19 Jahre alten Bremer Kaffeekaufmann Konrad Werner Wille einem Ruf nach München folgte und dort die Kaffeesparte aufbaute.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Schnutenpulli und Fiebermessen

    15. Juli 2020

    „Alles anders!“ Dieser Satz trifft in Corona-Zeiten ja auf alles Mögliche zu. Also auch auf das Derby. Schnutenpulli (norddeutsch für Mund- und Nasenschutz), Abstand halten, Selbstauskunft und Fiebermessen. Keine Zuschauer. Oder fast keine, jedenfalls. Nur einige hundert Menschen waren beim 151. IDEE Deutschen Derby 2020, das als „Corona-Derby“, wahlweise „Geister-Derby“, in die Geschichte eingehen wird. Das hatte zur Folge, dass man nahezu jeden persönlich kannte. Die Begrüßung erfolgte entsprechend den Vorgaben des „Deutschen Knigge-Rates“ verbal und auf Abstand, bei guten Bekannten auch schon mal durch den „Elbow-Bump“, aber Vorsicht – nur wenn vorher nicht in den Ellenbogen hineingehustet wurde. Die Corona-Polizei patroullierte auf der Bahn, bis auf leichte Ermahnungen gab es keinen Grund zum Einschreiten.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    „Gewinnen ohne nachzudenken“

    08. Juli 2020

    "Winning without thinking". Unter diesem Titel, der sich mit „Gewinnen ohne nachzudenken“ ins Deutsche übersetzen lässt, erschien vor einiger Zeit in England ein „Definitiver Leitfaden für Pferdewettsysteme“. Ich bin nicht sicher, ob das Buch sich gut verkauft hat, die Botschaft ist vielleicht doch etwas simpel. Andererseits sind Wett- und Spielsysteme für viele Menschen seit jeher ein Faszinosum, besonders dann, wenn sie mit dem Adjektiv „todsicher“ in Verbindung gebracht werden. Früher waren die Leute in dieser Beziehung wohl leichtgläubiger als sie es heute sind, denn ansonsten wären Anzeigen wie diese im „Hamburger Fremdenblatt“ aus dem Jahre 1910 kaum denkbar gewesen: „Sportsmen! Ein offenes Derby kommt am Sonntag zum Austrag. Bei meiner persönlichen Anwesenheit in Hamburg erfahre ich von authentischer Seite aus allererst informierten Kreisen den Sieger. Herren, denen dran liegt, diesen zu erfahren, sowie am Montag den garantiert todsicheren Sieger des Renard-Rennens, wollen sofort zehn Mark einsenden. O.Czech, Berlin, Neanderstr. 1.“

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Ruhiger schlafen

    01. Juli 2020

    „Nennungsschluss heißt der zur festgesetzten Stunde erfolgende Schluss der Anmeldungen für ein Rennen“, stellte schon Victor Silberer 1890 in der zweiten Auflage seines Turflexikons fest, „er muss bei jeder solid geleiteten Concurrenz mit größter Pünktlichkeit und auf die Minute erfolgen.“ Nun – seitdem ist viel passiert in der Welt und auch ein verpasster Nennungsschluss hat heute nicht mehr derart fatale Konsequenzen wie noch 1996, als der damalige Trainer der Pferde des Gestüts Röttgen die Derbynennungen einen Tag zu spät einreichte und so unter anderem den ausgezeichneten Hengst Ungaro um eine aussichtsreiche Teilnahme am Deutschen Derby 1997 brachte. „Nachnennung“ heißt das Zauberwort, das Trainer heutzutage ruhiger schlafen lässt und das Vergesslichkeit oder Fehleinschätzungen heilen kann, wie noch kürzlich bei den German 1000 Guineas erfolgreich praktiziert.

  • Blog: Chefhandicapper Harald Siemen

    Nach vorne gesprungen

    24. Juni 2020

    Die Zahl hundert nimmt in unserem Kulturkreis eine besondere Stellung ein. Sie markiert die äußerste Lebensdauer eines Menschen, bezeichnet nach der Skala von Anders Celsius den Siedepunkt des Wassers, und in der Grundschule lernen die Kinder seit Adam Rieses Rechenbuch als erstes das bis 100 reichende kleine Einmaleins. Im Übrigen gilt hundert als „runde“ Zahl und steht als Synonym für eine lange Zeit. So mussten denn sogar 101 Jahre vergehen, ehe zum 100. Male die deutschen 1000 Guineas gelaufen werden konnten, denn 1945 und 1946 fiel das Rennen aus. Es hat diverse Namenswechsel hinter sich, am Anfang hieß es Kisasszony-Rennen, danach Schwarzgold-Rennen, Arag-Preis und Henkel-Rennen, bis es jetzt den recht einfallslosen und für den Außenstehenden rätselhaften Namen „German 1000 Guineas“ trägt, dem seit ein paar Jahren der Name des Sponsors Wempe zugesellt wurde. Seine Bestimmung ist aber über die Zeitläufte hinweg bestehen geblieben, denn es soll als „klassisches Rennen“ die beste dreijährige Stute über die Meilendistanz ermitteln.

Deutscher Galopp

Die neue Marke Deutscher Galopp (ehemals GERMAN RACING) bildet die große Dachmarke, unter der spannende Pferderennen und stimmungsvolle Veranstaltungen auf den deutschen Rennbahnen stattfinden. Gleichzeitig fungiert die Marke als Oberbegriff für den Galopprennsport in Deutschland.

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