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Am Samstagabend um 20:15 Uhr: Pferdebesitzer Christian Sundermann im TV bei Johannes B. Kerner

"Wo laufen sie denn?"

20. März 2020

Ein prominenter Pferdebesitzer zur besten Sendezeit im Fernsehen: Der Münchener Christian Sundermann, begeisterter Fan des Humoristen Loriot und Eigner des Rennstalles „Wo laufen sie denn?“, kämpft am Samstag in der ZDF-Sendung „Der Quiz-Champion“ bei Moderator Johannes B. Kerner um ein Preisgeld von 100.000 Euro. Und er wird den Galopprennsport bei einer sicherlich hohen Einschaltquote ins TV bringen.

Deutscher Galopp: "Sie haben da was“?

Christian Sundermann: "Ja, er und ich - zusammen. Einen Fernsehauftritt."

Deutscher Galopp: "Na, und wo laufen sie denn?"

Christian Sundermann: "Im ZDF am Samstagabend um 20:15 Uhr. Für alle Quiz-Kandidaten hat das ZDF einen ca. 90-sekündigen Einspieler gedreht. Und da bietet sich bei mir natürlich der Galopprennsport an. Am Rennstall von Trainerin Sarah Steinberg wurde unser fünfjähriger Galopper Sie haben da was mit Susi Wlodkowski mit Renndress im Sattel und mit mir am Führzügel gefilmt. Er war sehr geduldig, während Susi und mir nach und nach die Extremitäten abfroren. Es war echt kalt am 4. Adventssonntag, als das Filmteam kam."

Deutscher Galopp: "Was gefällt Ihnen an den Knollennasenmännchen von Loriot?"

Christian Sundermann: "Seit Anfang der 80er-Jahre bin ich ein ganz großer Fan von Loriot. Sein Humor ist zeitlos. Loriots Sketche, seine Filme und auch seine Cartoons sind extrem pointiert, dabei niemals verletzend und sorgen – wenn man sich darauf einlässt – für ein gehöriges Maß an Selbsterkenntnis. So wenig in seinen Werken selbst gelacht wird, nämlich nie, umso mehr bricht die Freude beim Zuschauer aus. In den oft hilflosen, komplizierten oder stümperhaften Szenen, Begegnungen und Formulierungen erkennt jeder seine eigenen Schwächen oder „liebenswerten Eigenschaften“ (Loriot)."

Deutscher Galopp: "Wie sieht der Renndress bei Ihnen aus?"

Christian Sundermann: "Als sich bei uns Mitte 2000 der erste Familienzuwachs mit mehr als zwei Beinen einstellte, wollte ich diesen – allein schon zur Unterscheidung - nicht unter dem Namen Sundermann starten lassen, sondern mein Faible für Loriot auf außergewöhnliche Art zum Ausdruck bringen. Loriot hat nur ein Werk mit Bezug zum Galopprennsport geschaffen: die Zeichentrickfassung des alten Berliner Bühnensketches „Wo laufen sie denn?“. Hier treffen ein Rennbahnneuling und ein Stammbesucher aufeinander und „berlinern“ amüsant im Humor der Zwanziger Jahre aneinander vorbei. Die Szene, in der der Neuling mit seinem Fernglas direkt den Zuschauer ins Blickfeld nimmt, habe ich mit Hilfe eines grafik-design-begabten Freundes als Motivvorlage für den Renndress ausgewählt."

Deutscher Galopp: "Wie lief Ihr Kontakt zu Vicco von Bülow, und wie kamen Sie auf die Idee, allen Ihren Pferden einen Loriot-Bezug im Namen zu geben und?"

Christian Sundermann: "Für die Genehmigung des Renndresses brauchte ich das Okay von Loriot. Im „Zeitalter vor Google“ war es echt nicht leicht, an ihn heranzukommen. Ich schrieb ihm letztlich einen Brief, in dem ich meine Leidenschaft für seine Werke und meine Idee schilderte. Drei Tage später rief er mich an – ich bekomme jetzt gerade Gänsehaut, wenn ich daran denke - und hatte hörbar Spaß daran. Somit war der Renndress genehmigt, auch das Okay für den „Stall Wo laufen sie denn?“ gab er mir sofort. Nur der Name unseres damaligen Pferdes Texas Ranger missfiel ihm, weil er nichts mit seinen Werken zu tun habe. Da sei ich ja inkonsequent. Zur Erklärung: Texas Ranger habe ich als Zweijährigen gekauft, weshalb ich ihn gemäß der Rennordnung nicht mehr umbenennen durfte. Natürlich war es mein Ziel, die Pferde zu „loriotisieren“, und Loriot bat dann sogar darum, bei der Namensfindung mitwirken zu dürfen. Der absolute Ritterschlag für mich!"

Deutscher Galopp: "Ach was… Und wie kamen Sie auf den Gedanken der Match Races in Hoppegarten mit dem Pferd Ach was?"

Christian Sundermann: "Ach was war sicherlich DER Loriot-Name überhaupt. Das sagte er in ganz vielen Sketchen. Er war ein wirklich tolles Pferd, dessen Todestag sich jetzt am Sonntag zum vierten Mal jährt… Unsterblich ist er sicherlich 2015 durch seinen zweiten Platz im Match Race hinter Guido Schmitts Gamgoom geworden. Guido und ich hatten ein paar Jahre vorher den Gedanken durchgespielt, einmal ein Match Race – also Pferd gegen Pferd – zu veranstalten, nachdem sein Beacon Hill und Ach was auf der Dortmunder Sandbahn eingangs der Zielgeraden den Rest des Feldes verloren und Kopf an Kopf ein paar hundert Meter lang den Sieg ausfochten. Auch hier wurde Ach was Zweiter…

Die Gelegenheit kam dann, als Gamgoom zu seiner irren Siegserie ansetzte – ich glaube, das waren 12 Siege allein 2015 – und wir beide uns auf Facebook foppten, wer denn nun den besseren Sprinter habe. Es kam dann tatsächlich zum Duell auf der Galopprennbahn Hoppegarten. Ein wunderbar lustiger Event mit einem Medienecho – ich lehne mich da weit aus dem Fenster, bin mir aber sicher -, das der deutsche Galopprennsport gewiss seit 50 Jahren so nicht mehr hatte. Allein auf unserer Facebook-Seite „Match Race-Cup“ sind heute noch über 2.000 Follower aktiv. Sogar die Racing Post und Paris Turf berichteten vorher und nachher darüber. Die BILD-Zeitung hatte sogar alle tausenden „stummen Verkäufer“ in Berlin an dem Wochenende mit ihrem Vorbericht zum Match Race plakatiert.

In den Folgejahren haben wir das Format dann ausgebaut und zunächst einen nationalen, dann sogar internationalen K.O.-Wettbewerb daraus gemacht, ähnlich dem DFB-Pokal. Auch das ging mit einem großen Medienrummel einher und begeisterte die Fans 2016 und 2017 wochenlang. "


Deutscher Galopp: "Fat Snail hieß eines Ihrer Pferde. Aber Ihre Galopper waren keine „fetten Schnecken“, sondern schnelle Pferde. Was waren Ihre schönsten Erlebnisse und besten Vierbeiner?"

Christian Sundermann: "Toll war natürlich der erste Sieg 2002: Ifag Mannheim in München. Er wurde anschließend Dritter im Gruppe II-Rennen, dem Großen Müller-Brot-Preis und sicherte sich damit das Ticket fürs Deutsche Derby! Wieder Gänsehaut…

Ein tolles Pferd war auch Kasai, der mehrfach in Gruppe- und Listenrennen Geld verdiente. Er hatte den höchsten Handicap-Wert unserer Pferde. Nun genießt er 23-jährig sein Rentnerleben in Tschechien. Ich habe letzte Woche noch Fotos von ihm bekommen. Auch das sind immer tolle Momente, wenn ich sehe, dass meine Pferde ein wunderbares Leben nach ihrer aktiven Sportlerzeit haben. Sub Seven startete mit gleich zwei Siegen seine Laufbahn, auch eine Seltenheit.

Der schon erwähnte Ach was war mein Lieblingspferd, nicht nur wegen seiner 6 Siege – Rekord für uns – sondern wegen seiner Treue und liebenswerten Art. Er hatte sooo viele Fans. Das merkte ich immer auf den Rennbahnen, nicht nur bei „Heimspielen“ in München, sondern insbesondere „auswärts“ in Magdeburg und Hoppegarten. Da liebte ihn – gefühlt – jeder!"

Deutscher Galopp: "Schnipp Schnapp trug auch Ihre Farben. Sie schnappten sich früh einen tollen Wettgewinn und kauften davon Ihre ersten Pferde. Könnten Sie das näher umschreiben?"

Christian Sundermann: "Das stimmt so nicht ganz… – außer wenn man für 220 DM ein Rennpferd kaufen kann. Die gewann ich nämlich 1981 als 15-Jähriger beim RennQuintett, einer damals in allen deutschen Lottoannahmestellen spielbaren Pferdewette. Der Jackpot von heute unglaublichen 1,5 Mio. DM lockte mich völlig ahnungslosen Jungspund an. Mit dem Namen meiner Mutter auf dem Spielschein und 2,- DM Einsatz hörte ich am Sonntagnachmittag gespannt die Gewinnzahlen im WDR-Sportfunk: 7 – 9 – 14. Treffer! Exakt die richtige Reihenfolge in der Dreierwette bei 18 Startern, im „Pferdetoto“. Um aber die 1,5 Mio. DM zu holen, brauchte ich noch die 4 richtigen Zahlen im „Pferdelotto“. Da hatte ich – aus heutiger Sicht – zum Glück aber nur zwei Zahlen richtig, denn ich bezweifle, ob es gut gewesen wäre, in so jungen Jahren so viel Geld zu gewinnen… Also musste ich doch noch ordentlich was lernen und erst einmal eigenes Geld verdienen, bis Texas Ranger und Loriot persönlich in mein Leben treten konnten. "

Deutscher Galopp: "Ifag Mannheim war für Sie ja, wie beschrieben, ebenfalls sehr talentiert. Aber Sie arbeiten nicht bei diesem führenden Unternehmen der Trikotagen-Branche, sondern was sind Ihre beruflichen Schwerpunkte sowie Tätigkeiten im Rennsport?"

Christian Sundermann: "Nach meiner Ausbildung zum Bankkaufmann habe ich BWL studiert, im Vorstandsstab und im Aktien-Emissionsgeschäft einer Bank gearbeitet, also Unternehmen an die Börse gebracht. Ein Kunde hat mich dann aus Düsseldorf nach München abgeworben, wo ich seinen Corporate Finance-Bereich aufgebaut und geleitet habe. 2001 habe ich mich selbständig gemacht und berate seitdem Unternehmer bei alle Fragen der Finanzierung – vom Start up bis hin zu börsennotierten Gesellschaften. Momentan bin ich auch stark im Bereich „Branded Real Estate“ engagiert, also der Symbiose von Immobilienprojekten und Markennamen. Ein sehr anschauliches generelles Beispiel für dieses neuartige Geschäftsfeld ist der Porsche Design Tower in Miami. Diesen echt spannenden Bereich erschließen wir gerade mit einem tollen Team."

Deutscher Galopp: "Lord Roderick hat es ebenfalls zu ein wenig „Pferdeadel“ gebracht. Haben Sie ein Erfolgsgeheimnis?"

Christian Sundermann: "Der Lord. Noch ein Herzenspferd von mir! Den habe ich eben glatt versäumt zu nennen. Ein wunderschönes Pferd, der jetzt sein Rentnerleben in der Nähe von Kitzbühel genießt und seinen Hunderten von Fans auf seiner eigenen Facebook-Seite regelmäßig Bericht erstattet. Schauen Sie da mal rein! Dort wollen Sie auch Rentner sein.

Mein Erfolgsgeheimnis? Es muss ein loriotischer Name möglich sein. Ich habe schon Pferde nicht gekauft, weil mir kein Loriotname dazu einfiel. Also den Lord habe ich tatsächlich nur seines Namens wegen gekauft: Ich brauchte ein mindestens dreijähriges Pferd für den Match Race-Cup 2016. Es sollte sich als Nachfolger von Ach was zumindest etwas nach Loriot anhören. Und Lord Roderick klingt doch eindeutig wie der Schwager von Lord Molesworth-Houghton oder der Liebhaber von Lady Hesketh-Fortescue aus dem Sketch „Die Inhaltsangabe“ der englischen Fernsehserie, an der Evelyn Hamann so herrlich mitleiderregend scheitert, oder? Er gewann gleich sein erstes Rennen – ausgerechnet gegen Guidos Schmitts Jasnin…. Damit steht es nach Match Races 1:1! Und er gewann als erstes meiner Pferde ein „Quinte+“-Rennen in Paris. Das ist das Wettrennen des Tages in Frankreich mit den höchsten Einsätzen."

Deutscher Galopp: "Holleri du dödl di ist eine Anspielung auf Loriots Jodel-Sketch. Was würden Sie mit 100.000 Euro machen, sollten Sie am Samstag bei Johannes B. Kerner gewinnen? Wie kam es zu Ihrem Auftritt, und welche Werbung machen Sie dort für den Rennsport?"

Christian Sundermann: "Zunächst würde ich laut jodeln! Die junge Stute wird sich davon vielleicht so erschrecken, dass sie doch noch richtig schnell galoppiert. Das hat sie bisher leider überhaupt nicht getan… Aber total hübsch und schmusig ist sie! Ob ich gejodelt habe, sehen Sie am Samstagabend. Ich darf nichts verraten und werde das auch nicht, denn dann wäre es ja langweilig für Ihre Leser. Sportschau schauen und alle Ergebnisse schon kennen, ist ja ähnlich spannend wie die Lottozahlen nach der Ziehung einzutragen…

Von den 100.000 Euro würde ein Urlaub mit der Großfamilie Sundermann finanziert, der Großteil ginge aber an die Hilfsorganisationen, die ich schon seit Jahren unterstütze: HI - Handicap International, die Alzheimer Gesellschaft München, die Johanniter Unfallhilfe, die Vestische Kinder- und Jugendklinik in Datteln und die Bethanien Sternenkinder Münster/Osnabrück.

Die Sendung „Der Quiz-Champion“ kannte ich bis Oktober 2019 gar nicht. Ein Bekannter aus meinen Jugendjahren in Stadtlohn, der wohl bekannteste deutsche Kapuzinerpater Bruder Paulus, war Kandidat und postete den Link zur ZDF-Mediathek auf seiner Facebookseite. Leider schied er bereits in der Qualifikation aus, aber ich fand das Format sehr spannend und echt fordernd: Keine 4 Joker wie bei Günther Jauchs „Wer wird Millionär?“, kein zwischenzeitliches Nachhausegehen und Gewinnmitnehmen, sieben offene Fragen aus dem Bereich Allgemeinbildung richtig binnen 60 Sekunden beantworten, um überhaupt erst in die Hauptrunde zu kommen, alle fünf Experten in deren Fachgebieten der Reihe nach schlagen – das reizte mich. Motto: „Ich habe zwar keine Chance, aber die versuche ich zu nutzen!“ Quasi wie Ach was gegen Gamgoom.

Die Themen „Sport“ gegen (Kathrin Müller-Hohenstein) und „Erdkunde“ (gegen Wigald Boning) traute ich mir im Vorfeld durchaus zu, „Zeitgeschehen“ (gegen Ulrich Wickert) würde schon deutlich schwieriger für mich werden, echte Manschetten hatte ich bei „Literatur“ (gegen Axel Milberg), und bei „Film und Fernsehen“ (gegen Bully Herbig) sah ich mich an einer Detailfrage zu einer amerikanischen TV-Serie oder an der weiblichen Oscar-Gewinnerin des Jahre 1932 scheitern.

Aber: „Wer nicht wagt, hat schon verloren!“.

Der Rennsport kommt wie gesagt im Trailer vor, danach ist auch Sie haben das was verbal an der Reihe, weil es in der Februarsendung tatsächlich zu der für mein Pferd „namensgebenden Frage“ kam! Sie lautete „Wo hing die Nudel in Loriots Sketch zuletzt, bevor sie in die Espresso-Tasse fiel: Am Ohr, an der Nase oder am Kinn?

Kein Witz! Über dieses - für mich - suboptimale Timing musste ich mich natürlich bei Johannes B. Kerner beschweren."


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