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Langstrecken-Überraschung im Silbernen Band in Mülheim

Reiche Beute für „den Tiger“

Mülheim 2. November 2019

Sensation im längsten Flachrennen der Saison 2019 in Deutschland: Der von Anna-Schleusner-Fruhriep für ihren Vater Volker Franz Schleusner in Dänschenburg an der Ostsee trainierte Halbblüter The Tiger gewann vor 4.200 Zuschauern als größter Außenseiter zur Quote von 32,7:1 am Samstag das erstmals seit 2011 wieder in Mülheim ausgetragene rp Gruppe 76. Silbernes Band der Ruhr (Listenrennen, 25.000 Euro, 4.000 m).

Mit der Schweizerin Sibylle Vogt überspurtete der nach Rating kaum vorstellbare sechsjährige Wallach die gesamte Konkurrenz, die deutlich höher eingeschätzt war. Vom letzten Platz bekam The Tiger noch den Mitfavoriten Khan und die favorisierte Nacida zu fassen, die Ende der letzten Gegenseite nach vorne gezogen war. Kurios: Die Zweierwette zahlte mit 758,7:1 Euro deutlich mehr als die Dreierwette (545,2:1).

„Wer hätte das gedacht?, wirkte auch Volker Franz Schleusner ziemlich überrascht. „The Tiger ist eingesprungen. Er soll im nächsten Jahr auf der Hindernisbahn starten.“ Reiterin Sibylle Vogt ergänzte: „Der Boden kam The Tiger sehr entgegen, und er hat enorm viel Ausdauer. Ich hatte auf ein Platzgeld gehofft. Ich bin schon einige Male für Familie Schleusner geritten, er hatte mich nun auch wieder für den Ritt gefragt. Dass wir gewonnen haben, ist der Wahnsinn.“

Khan wird Deckhengst

Khan lief als Zweiter auf passendem Untergrund das erwartet gute Rennen. „Das war sein letzter Start, er wird wahrscheinlich Deckhengst für Hindernispferde in Frankreich“, erklärte Trainer Henk Grewe. Nacida konnte nach dem frühen Vorstoß nicht mehr beschleunigen, hielt sich als Dritte aber dennoch gut vor dem stets prominenten Schweden Ajas und Quita, die im Mittelfeld blieb. Die hochgehandelte Engländerin Altra Vita tat sich bald schwer.

Adrian der nächste Grewe-Coup

Die Serie der Zweijährigen-Siege des Kölner Trainers Henk Grewe geht weiter: Im einleitenden 2.000 Meter-Rennen triumphierte der Auenqueller Adrian (2:1-Favorit), der mit Carlos Henrique an der Spitze früh das Geschehen dominierte und Toscano sowie Thymian As klar auf die Plätze verwies. „Das ist ein richtiger Steher, ein sehr gutes Pferd“, freute sich Grewe über seinen ersten Erfolg für das Gestüt Auenquelle. Adrian hat eine Nennung für das Derby 2020.

Auch eine halbe Stunde später gab es wieder einen Heimsieg, als Altmeister Bruce Hellier (79) erneut mit Bocelli (10,1:1) in einem 1.400 Meter-Handicap auftrumpft. Unter Andre Best verabschiedete sich der frische Sieger nach Belieben von Tribesman und Pass Mark. „Er braucht genau diesen Boden und muss Lust haben“, versicherte Hellier.

17 Längen Vorsprung

Ein Pferd mit weiterem Potenzial dürfte man im 2.300 Meter-Ausgleich III gesehen haben, denn John O‘ Connors Dreijähriger Tintoretto ging nach dem Iffezheimer Sieg nun mit Lukas Delozier mit 17 Längen Vorteil vor Past Sina und Dolcetta auf und davon. „Er ist ein spätes Pferd, der Boden kam ihm entgegen“, so Trainer Peter Schiergen.

Der französische Amateur Damien Artu servierte Regine Weißmeiers Epatant (5,3:1) im Amateurreiten über 2.200 Meter ein optimales Rennen. Aus dem Vordertreffen löste sich der nun dreifache Saisonsieger leicht von der Riesenaußenseiterin Go West und der Favoritin Shannen.

Vorgezogenes Geburtstagsgeschenk

Am 6. November feiert Alessa-Xaveria Cornelius ihren 26. Geburtstag. Nun machte sich die Reiterin vorab ihr schönstes Geschenk, denn sie landete in einem 2.000 Meter-Ausgleich IV mit Gestüt Wittekindshofs Nightdance Man (3,9:1) aus dem Kölner Stall von Andreas Suborics ihren ersten Karrieretreffer. An der Spitze legte dieses Team vor Miss Tick und Borneo jederzeit sicher zu.

Das Rennen der Araber-Pferde wurde zu einer Solo-Vorstellung der 1,5:1-Chance Flying High, die mit Maxim Pecheur vorne früh Omar P und Al Fahl stehenließ.

Der Einstand des Dreijährigen Baron Mayson im Handicap war gleich mit einem vollen Erfolg verbunden: Der 2,6:1-Favorit sorgte in einem 1.400 Meter-Ausgleich III für einen Doppeltreffer des Teams Lukas Delozier/Peter Schiergen. An der Spitze mobilisierte der Wallach gegen Mister Spock und Bishapur stets neue Energie.

Nach Schweden ging der Sieg im abschließenden 1.200 Meter-Rennen, denn der Schwede Buy and Sell (6,3:1) beschleunigte mit Anna Pilroth vorne jederzeit gegen Porcupine Creek und Novacovic. „Mein Stall ist eine Stunde von Göteborg entfernt, ich habe 20 Pferde“, erklärte Trainer Tobias Hellgren.



 

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