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360 Gäste - 6. Vollblut-Expertentag mit riesiger Resonanz

Rekordverdächtiger Besuch beim „Klassentreffen“ des Rennsports

Hannover 26. Oktober 2019

Rekordverdächtige 360 Gäste - Besitzer, Trainer, Züchter, andere Aktive und Fans des Galopprennsports - sorgten für eine große Kulisse beim 6. Vollblut-Expertentag am Samstag im Courtyard by Marriott Hotel am Maschsee in Hannover. Auf Einladung der Besitzervereinigung für Vollblutzucht und Rennen e.V. war dieses von Geschäftsführer Daniel Krüger und Elena Delor organisierte und von Thorsten Castle souverän moderierte Event wieder eine absolute Top-Veranstaltung innerhalb des „Galopp-Kalenders“.

Hausherr Gregor Baum, auch Vizepräsident der Besitzervereinigung und Präsident des Hannoverschen Rennvereins, begrüßte die Besucher und eröffnete den Expertentag, den er als „Klassentreffen“ des Rennsports bezeichnete.

Große Beachtung fanden die fünf Themenbereiche, die aus spannenden Podiumsdiskussionen und Vorträgen bestanden. Welche Möglichkeiten gibt es für Besitzergemeinschaften?, so lautete der erste Schwerpunkt. Über diese Form, sich mit Gleichgesinnten für kleines Geld an Pferden zu beteiligen, gaben Peter Banzhaf (Galopp Club Iffezheim), Ronald Rauscher (Australian Bloodstock; per Video, da er in Australien weilte), Thomas Delong (Galopp Club Süddeutschland), Jonas Schorfheide (DeinRennpferd.de) und Trainer Gerald Geisler bereitwillig Auskunft. Fazit: „Mit Besitzergemeinschaften kann man aus Galopp-Neulingen „Galopp-Enthusiasten“ machen“, wie es Schorfheide ausdrückte.

Ein ganz besonderes Highlight war der Vortrag von Tom Goff, einem der erfolgreichsten international agierenden Bloodstock Agenten, der auf sämtlichen fünf Kontinenten bei den verschiedensten Auktionen für die weltgrößten Besitzer hocherfolgreich Pferd kauft. Untermauert von zahlreichen Videos besonders prominenter Rennpferde erläuterte er die historische Entwicklung des europäischen Einflusses in der Pferdezucht.

Dr. Frederic Barrelet, ein international besonders renommierter Tierarzt aus Newmarket, referierte zum Thema „Meine Stute fohlt, was nun?“ und erklärte, was während und unmittelbar nach der Abfohlung zu beachten ist, damit die jungen Pferde optimal ins Leben als erfolgreiche Vollblüter starten. Gerade die Fütterung während der Trächtigkeit spiele eine wesentliche Rolle.

Auf großes Interesse stieß auch das Interview mit Überraschungsgast Andreas Putsch, dem Besitzer des Haras de Saint-Pair, einer hocherfolgreichen Zuchtstätte in Frankreich. Seit 2011 züchtete Putsch sechs Gruppe I-Performer. Mit Pinhooking, dem Verkauf von Jährlingen, die er als Fohlen erworben hatte, landete er schon früher bemerkenswerte Erfolge. Die Schweiz ist die Heimat des Ehrengastes, der schon mit seiner Großmutter die Rennbahn in Baden-Baden besuchte. „Man muss international denken“, lautet sein Credo. Besonders positiv beurteilt er die Atmosphäre an großen deutschen Renntagen: „Man merkt, dass man sich viel Mühe gibt.“

Den hochinteressanten Abschluss des offiziellen Programms, zu dem im Übrigen auch Sprungverlosungen zu Top-Deckhengsten gehörten, bildete die Diskussionsrunde „Aktuelle Entwicklungen im Rennsport“. Direktoriums-Präsident Dr. Michael Vesper, Jan Antony Vogel und Jan Pommer (die Geschäftsführer des Dachverbandes) berichteten über aktuelle Entwicklungen im deutschen Galopprennsport und stellten sich auch den zahlreichen Fragen der Besucher.

Als wichtigste Zukunftsaufgaben nannte Dr. Michael Vesper zum einen das Vertrauen des Rennsports bei der Politik, der Gesellschaft und der Öffentlichkeit zu gewinnen und erwähnte hierbei die Änderung der Gesetzgebung bei der Rennwettsteuer-Rückvergütung. Außerdem seien „innere Reformen“ schon eingeleitet worden, wie eine „Verschlankung in der Organisation“. Der dritte Punkt sei die Finanzierung, das heißt, „die Einnahmen des Sports zu erhöhen.“

Nach Angaben von Jan Pommer ist der Tierschutz eines der Zentral-Themen der Öffentlichkeitsarbeit. „Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten und zeigen, wieviel Fürsorge für die Pferde in unserem Sport steckt.“ Er hob auch die Bedeutung der digitalen Medien hervor.

Auf eine weitere Trendumkehr beim Wettumsatz hofft Dr. Michael Vesper nach der in diesem Jahr eingeleiteten Reduzierung der Toto-Abzüge, die sich schon jetzt sehr positiv auf die Umsätze auswirkte.

Dass 7,5 Millionen Menschen laut einer vom Direktorium in Auftrag gegebenen Studie sich für den Galopprennsport interessieren und darunter viele junge Menschen seien, bestärkt die Verantwortlichen beim Dachverband in ihrer Aufbruchsstimmung.

Weitere wichtige Themen: Eine Verbesserung der Bilder von den Rennveranstaltungen ab 2020, die definitive Austragung der Sandbahnrennen im Winter, sowie die Tatsache, dass die Züchterprämie im kommenden Jahr genauso erhalten bleibt, wie sie sie derzeit ist. Danach werde man sehen, wie die finanziellen Bedingungen sich weiterentwickeln.

Zum Abschluss dankte Dr. Michael Vesper Jan Antony Vogel für seine großen Verdienste beim Direktorium – Vogel wird den Dachverband im März 2020 verlassen.

Der Abend klang bei einem Abendessen stilvoll aus. Nun freuen sich alle Anwesenden bereits auf den großen Renntag der Gestüte am Sonntag in Hannover.

 

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