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Alounak schnappt gegen Be My Sheriff noch zu

Zielfoto-Entscheidung im ersten Baden-Highlight

Baden-Baden 24. August 2019

Große Überraschung im ersten Höhepunkt der Großen Woche 2019 am Samstag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden-Iffezheim: Vor 9.500 Zuschauern triumphierte mit dem 14,3:1-Außenseiter Alounak ein stets hocheingeschätztes Pferd im 64. Preis der Sparkassen Finanzgruppe (Gruppe III, 55.000 Euro, 2.000 m), das allerdings nur wenige Wetter diesmal auf der Rechnung hatten.

Doch der von Waldemar Hickst in Köln für Darius Racing von Dr. Stefan Oschmann (CEO des Pharma-Unternehmens Merck) trainierte Camelot-Sohn galt 2018 als Kandidat für das Deutsche und das Französische Derby. Doch wegen einer Fissur hatten sich diese Pläne nicht realisieren lassen. Nach etlichen Platzierungen auf hoher Ebene gelang ihm nun der erste Saisontreffer und vierte Karrieresieg beim zwölften Start, der mit 32.000 Euro honoriert war.

Genau auf der Ziellinie schnappte der französische Jockey Clement Lecoeuvre mit Alounak noch den vom Start weg führenden und nie nachlassenden Be My Sheriff. Ein kurzer Kopf entschied für den sträflich unterschätzten Alounak.

Trainer Waldemar Hickst erklärte: „Im Training zeigt Alounak sehr wenig. Es war dem Besitzer, Herrn Oschmann, zu verdanken, dass wir hier gelaufen sind, denn ich wollte dieses Rennen eigentlich auslassen.“ Racing Manager Holger Faust fügte an: „Wir hatten noch einmal analysiert, dass Alounak seine besten Formen auf guter Bahn gezeigt hatte. Der Rennverlauf entwickelte sich wie gedacht, Be My Sheriff ging an der Spitze. Unser Pferd hat genau auf der Ziellinie zugeschnappt. Er hatte im vergangenen Jahr lange wegen einer Fissur pausieren müssen. Unser Fehler war, dass wir es oft auf 2.400 Metern versucht haben, da er wie ein Langstrecken-Pferd gezogen ist. Nun warten wir erst einmal ab, wo wir weitermachen, denn er ist in relativ kurzer Zeit oft angetreten.“

Siegreiter Clement Lecoeuvre analysierte: „Das Rennen war absolut perfekt für uns. Wir hatten eine günstige Position. Als ich ihn gefordert habe, hat Alounak groß angezogen.“

Be My Sheriff erst spät abgefangen

Glänzend zog sich Be My Sheriff aus der Affäre, der lange alles für sich hatte. „Das war ein gutes Rennen, leider reichte es nur zum zweiten Platz, es war schon sehr knapp. Wir gehen nun nach Hoppegarten in den Preis der Deutschen Einheit“, signalisierte Trainer Henk Grewe. Lukas Delozier meinte: „Das war eine sehr starke Vorstellung nach der langen Pause. Beim nächsten Mal haben wir wieder die Nase vorne.“
Viel Pech entwickelte der Favorit Royal Youmzain als Dritter. Trainer Andreas Wöhler: „Der turbulente Rennverlauf fing an der letzten Ecke an, Royal Youmzain fand nie in eine Position, in der er unterstützt werden konnte. Es ist erstaunlich, dass er nach so einem Rennen überhaupt noch Dritter wurde.“

Jockey Eduardo Pedroza berichtete: „Wir hatten heute nicht das erhoffte Rennen, er kam nicht so gut aus dem Bogen raus. Es fehlte uns das Tempo im Rennen.“

Sehr unglücklich agierte auch der Viertplatzierte Itobo. Besitzer Werner Gerhold: „Start verloren, Stock verloren, Rennen verloren. Diesmal ging leider alles schief. Daher fehlte auch der letzte Tick Unterstützung im Endkampf.“ Wai Key Star spielte als Fünfter keine Rolle, Ismene fiel noch ganz nach hinten zurück.

Sensation im Rahmenprogramm: 51.8:1-Siegerin Queen Josephine

Sie war bei elf Starts noch sieglos, doch im bedeutendsten Rennen des Rahmenprogramms schlug ihre große Stunde: Queen Josephine, von Michael Figge in München trainierte 51,8:1-Riesenaußenseiterin, deren Mitbesitzer der Coach auch ist, feierte im Preis der BBAG-Jährlingsauktion (52.000 Euro, 2.400 m) einen kaum für möglich gehaltenen Sieg.

Unter Wladimir Panov zog die Soldier Hollow-Tochter, die gerade einmal 5.000 Euro gekostet hatte, in der alles entscheidenden Phase an dem Mitfavoriten Andoro, der kurz alles für sich hatte, vorbei, doch am Ende wurde es nochmals knapp, da Andoro nochmals anzog und La Pradera enorm stark endete. Doch der Zielpfosten stand goldrichtig, der mit 25.000 Euro Siegbörse honorierte Coup war perfekt.

„Ich war mir nicht sicher, ob Queen Josephine die Distanz von 2.400 Metern liegen würde und hatte auf Platz fünf bis sieben spekuliert, aber das Wunder ist passiert“, sagte Michael Figge. Andoro gab sich nie geschlagen und sicherte sich am Ende wieder Platz zwei vor La Pradera, die ebenfalls nur minimal unterlag. Estivo hielt als Vierter gut Anschluss. Der Favorit Enjoy the Moon fand aus dem Hintertreffen nie entscheidend Bande.

Starker Einstand von A Racing Beauty

Groß war das Vertrauen in die Karlshoferin A Racing Beauty, eine rechte Schwester der auf höchster Ebene in den USA erfolgreichen A Raving Beauty, im einleitenden 1.500 Meter-Rennen für Zweijährige. Und die 2,3:1-Favoritin, von Deutschlands führendem Youngster-Trainer Henk Grewe erstmals aufgeboten, löste sich mit Lukas Delozier in souveräner Manier von dem stark debütierenden Palimero und dem erstaunlich lange standhaltenden tschechischen Gast Planteuer’s Whiskey. „Der Trainer hatte gesagt, dass A Racing Beauty nicht verlieren würde. Wir werden noch ein oder zweimal in diesem Jahr mit ihr antreten, das Ziel ist der Preis der Winterkönigin“, erklärte Holger Faust vom Gestüt Karlshof.

Einen Erfolg der Stiftung Gestüt Fährhof gab es in einer 1.800 Meter-Konkurrenz, als die von Andreas Wöhler aufgebotene La Saldira (4:1) mit Eduardo Pedroza ganz zuletzt noch sicher an dem Favoriten Roshan vorbeikam, der auf zweite Plätze abonniert bleibt. Daily Delight schob sich spät noch an der führenden Asifa vorbei auf Platz drei.

Familien-Sache

Nach dem Bad Harzburger Erfolg zeichnete sich der Halbblüter Epatant (6,6:1) auch in einem 2.200 Meter-Handicap aus. Esther Ruth Weißmeier hatte Nerven wie Drahtseile auf dem von ihrer Mutter Regine vorbereiteten Wallach, der wie aus dem Nichts noch an Spignel, Culworth Boy und Nordtänzer vorbeistürmte. Die Viererwette bezahlte 4.868,80:1 Euro.

Fallon kommt nicht, Carvalho in alter Frische

Leider war der ursprünglich als Stargast avisierte Kieren Fallon aus privaten Gründen nicht zum RaceBets Legenden Rennen (Ausgleich III, 1.600 m) angereist.  Henk Grewe sprang für ihn auf Griffone ein, doch der Sieg ging an das andere Pferd aus dem Stall von John David Hillis, den nun dreifachen Saisonsieger Maradan. Der Bergheimer Trainer Jean-Pierre Carvalho bewies beste Kondition auf der 4,9:1-Chance und ließ Darshano (Andreas Göritz) und Incorruptible (Pascal Jonathan Werning) nicht den Hauch einer Chance.

Im Ostseebad Dierhagen trainiert Mandy Kriegsheim, doch die weite Reise sollte sich voll auszahlen, denn ihre Stute Killerbiene (7,8:1) gewann nach einer großen kämpferischen Leistung mit Martin Seidl den 1.200 Meter-Ausgleich IV vor Circuskind, Lady Cristal und Bective. Die Viererwette kletterte auf 3.575,2:1 Euro.

Ein Glanzritt von Adrie de Vries verhalf dem vor exakt einem Jahr hier siegreichen Auenwolf (8,5:1) zu einem neuerlichen Baden-Baden-Treffer. Nachdem er in vorentscheidender Phase schon von Toriano passiert war, ergatterte der Holländer mit dem Wallach am Ende wieder einen knappen Vorsprung, wobei auch Plain Beau als Dritter nur minimal zurück Dritter wurde.

Für die knappe Niederlage mit Toriano entschädigte sich Trainer Waldemar Hickst in einem 1.800 Meter-Ausgleich III, als der Dreijährige Alario (3,8:1) mit Marco Casamento für das Gestüt Ittlingen Gallina Du Moulin und Navaro sehr sicher hinter sich ließ.

Gleich beim ersten Start für den Mannheimer Trainer Marco Klein feierte Earl (4,3:1) seinen ersten Erfolg. In einem 1.600 Meter-Examen beschleunigte der Wallach unter Tommaso Scardino in den Farben von Gabriele Gaul an der Spitze jederzeit locker vor Sasuka und Simsong. Der Favorit Overdose d‘ Oroux enttäuschte auf Rang vier.

Im Ponyrennen, organisiert vom Ponyrennclub Schweiz, setzte sich Patricks Wish mit der 2006 geborenen Aaliyah Janser mit Riesenvorsprung gegen Stan und Woutera in Szene.

 

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